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„Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein
Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.“ (5. Mose 26,11)
Das Volk Israel ist noch in der Wüste unterwegs, aber das Ende der Wanderung ist abzusehen. Und Mose erklärt seinem Volk: Du wirst bald in das Land kommen, das der Herr dir versprochen hat. Und wenn du dort bist, dich eingerichtet hast und das erste Mal von deinen Feldern erntest, dann feiere ein Fest und freue dich!
Ich stelle mir vor, an diesem Tag der ersten Ernte im verheißenen Land wird die Freude groß sein. Endlich angekommen. Endlich ein Zuhause. Nie mehr Sklavenarbeit. Nie mehr Wüste.
Aber wahrscheinlich werden sich auch einige nur halbherzig an der Feier beteiligen. Sie werden mit Trauer an diejenigen denken, die diesen Tag nicht erleben konnten. An all die Gräber, die den Weg durch die Wüste markieren. 40 Jahre sind fast eine Lebensspanne. Nicht einmal Mose selbst wird es bis ins neue Land schaffen. Das weiß er auch. Und doch ist es Mose selbst, der die Freude angeordnet hat. Nicht wie ein „Mensch, jetzt freu dich halt mal endlich und hör auf zu maulen!“ Nein, er war in den letzten Jahrzehnten dabei. Er weiß, wie schwer es war. Er will das alles nicht wegwischen, als wäre es nie geschehen. Im Gegenteil: Er erinnert sein Volk sogar daran. Von Abraham angefangen, über Josef, die Pharaonen, die Plagen, bis hin zur Teilung des Meeres. Das alles gehört nun untrennbar mit der Geschichte seines Volkes zusammen. Niemals wieder wird man den Namen seines Volkes nennen können, ohne gleichzeitig an diese ganze Geschichte erinnert zu werden. Alles das ist es, was Israel ausmacht. Denn alles das spricht von Gott. Der Abraham eine große Zukunft geschenkt hat. Der mit Josef sein Volk in Ägypten vor dem Verhungern gerettet hat. Der die Unterdrückung seines Volkes gesehen und es davon befreit
hat. Der bei jedem einzelnen Schritt im endlosen Sand dabei war und Wasser, Nahrung und Orientierung gegeben hat. Und der auch in diesem neuen Kapitel in den Furchen der Äcker die Früchte wachsen lassen wird.
Mose sagt: Erinnere dich an alles, was geschehen ist. Es hat dich zu dem gemacht, was du heute bist. Du hast vieles durchgemacht. Und auch viel Gutes war dabei. In 40 Jahren wuchsen Freundschaften und wurden Ehen geschlossen. Kinder wurden geboren und Nachbarn waren füreinander da. Auch das ist Teil deiner Geschichte. Und über allem und in allem und durch alles hindurch war Gott an deiner Seite.
Also freu dich! Denn Freude ist immer erlaubt, auch wenn manches die Freude trübt. Sie darf trotzdem sein. Und vielleicht macht sie manches Schwere sogar leichter.
Ihre Pfarrerin Roswitha Schiling








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