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Die Freude ist groß: Christ ist erstanden. Halleluja.
Wir feiern Ostern, wir feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Wir feiern, dass Jesus den Tod überwunden hat, ihn besiegt hat. Wir feiern, dass er uns Christen damit den Glauben und die Hoffnung gegeben hat, dass auch wir nicht im Tod gefangen bleiben, sondern auferstehen werden. So wie es im 1. Petrusbrief formuliert ist:
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoff-nung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petrus 1,3)
Diese Botschaft ist mir wichtig und wird es mit zunehmendem Alter mehr und mehr. Je mehr Men-schen, die mir sehr nahe standen, gestorben sind, desto tröstlicher und näher ist mir die Botschaft von der Auferstehung der Toten. Die Botschaft von der Auferstehung der Toten hat für mich aber auch die Bedeutung, dass Auferstehung hier und heute mitten in unserem Alltag möglich und nötig ist.
Deshalb sind mir die folgenden Worte Kurt Martis sehr nah:
Ihr fragt, wie ist die Auferstehung der Toten?
Ich weiß es nicht
Ihr fragt, wann ist die Auferstehung der Toten?
Ich weiß es nicht
Ihr fragt, gibt’s die Auferstehung der Toten?
Ich weiß es nicht
Ich weiß nur, wonach ihr nicht fragt:
Die Auferstehung derer die leben
Ich weiß nur, wozu Er uns ruft: zur Auferstehung heute und jetzt
Aber was heißt das konkret in einer Welt, die zerrissen ist und von Krieg und Katastrophen heimgesucht wird?
Auferstehung heute und jetzt passiert dort, wo Menschen, die verzweifelt waren, weil keine Hoffnung auf Rettung bestand, doch gerettet werden. Auferstehung passiert dort, wo Flüchtlinge aufgenommen werden und eine neue Lebensgrundlage, Lebensmöglichkeit, vielleicht sogar eine neue Heimat bekommen. Auferstehung passiert dort, wo Frieden geschlossen wird nach Zeiten der Gewalt und des Krieges.
Auferstehung heute passiert dort, wo die Hoffnung nicht stirbt im Leben eines jeden, einer jeden von uns.
Wo jemand gesund wird, obwohl es kaum Hoffnung auf Genesung gab.
Wenn zwei Menschen, die sich vielleicht jahrelang gemieden haben und kein gutes Wort füreinander hatten, wieder miteinander reden, vorsichtig, behutsam. Auferstehung kann auch bedeuten, schwierige oder bittere Erfahrungen zu verarbeiten und in die eigene Lebensgeschichte einzubauen, so dass sie einen nicht bitter werden lassen, sondern vielleicht sogar stärker.
Wenn wir nicht einfach weitermachen, weil es schon immer so war, obwohl wir merken, dass dies uns und anderen Menschen schadet, sondern den Mut aufbringen zu Veränderung und Neuanfang.
Die Auferstehung Jesu lässt uns nicht weiterleben wie bisher. Sie zeigt, dass Neuanfänge möglich sind, auch dort, wo wir uns selbst einschränken oder wo wir gefangen sind in unseren Denkstrukturen.
Immer wieder neu anfangen mit dem Hoffen, mit dem Glauben und mit dem Vertrauen, jeden Tag, das ist Auferstehung.
Ihr Pfarrer Sebastian Schiling






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